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Textilgestaltung

Das Unterrichtsfach Textilgestaltung erfüllt über den Rahmen der musischen Erziehung und der Wissensvermittlung hinaus wichtige Aufgaben. Durch die Urfreude des Menschen am schöpferischen Tun als Motivation bietet es wie kaum ein anderes Fach die Möglichkeit durch eigenhändiges Arbeiten persönliche Fähigkeiten zu erwerben und dabei feinmotorische Fertigkeiten zu entwickeln. Durch wissenschaftliche Untersuchungen ist mehrfach bewiesen worden, dass die Ausbildung der Feinmotorik bis zum 16. Lebensjahr eng mit der Verknüpfung neuronaler Strukturen im Gehirn verbunden ist. Dadurch wird das geistige Leistungsvermögen im starken Maße gefördert. Die sinnvolle Erhaltung textiler – nicht nur europäscher – Kulturtechniken ermöglicht gleichzeitig die Grundlage aller geistigen Erfolge in anderen Fächer und darüber hinaus. (Nicht umsonst hat Pisa-Sieger Finnland Textilgestaltung durchgängig zweistündig vom ersten bis zum letzten Schuljahr!)

An unserer Schule wird das Fach TX im sechsten Schuljahr neu eingeführt. Trotz unterschiedlichster Vorbildung lernen die Mädchen und Jungen schnell, sich zurechtzufinden. Kleinschrittige und geduldige Behandlung der Lerngebiete sowie eine gezielte Binnendifferenzierung helfen ihnen dabei. So kann der Textilunterricht die Schüler (fast) individuell fördern und sowohl die Anfangsprobleme immer mehr verringern als auch besondere Begabungen fördern. (Mit kleineren Gruppen als den üblichen „30-Schüler-Klassen“ wären die Ergebnisse selbstverständlich noch viel besser.)

Eine sinnvolle Weiterführung der von der Grundschule her gewohnten „freien Arbeit“ bietet das differenzierte Aufgabenangebot bzgl. Themen, Schwierigkeitsgrad und Arbeitsumfang. In den praktischen Unterrichtsphasen, denen ausreichend Zeit eingeräumt wird, lassen sich die geforderte Fachkompetenz und die sozialen Zielvorstellungen gleichzeitig erreichen, indem die Schüler und Schülerinnen durch gegenseitige Hilfestellungen unterschiedliche Lernvoraussetzungen in einer angenehmen Arbeitsatmosphäre ausgleichen.
Nicht zu unterschätzen ist dabei die Ausstrahlung und Ausstattung des großen, hellen, freundlichen Textilraumes an unserer Schule. Mit seinen sechs großen Gruppentischen und den 16 Nähmaschinenplätzen bietet er nahezu ideale Voraussetzungen für Team- und Partnerarbeit. Die Kommunikationsfähigkeit der Schüler verbessert sich und im Schutz der Gruppe lernen sie schnell, mit den anfangs ungewohnten Unterrichtstechniken umzugehen. Das ganzheitliche Erfassen von Textilien (haptisch, optisch, zum Teil akustisch) und die unzähligen kreativen Möglichkeiten erfordern längere Unterrichtsphasen. An unserer Schule wird darauf eingegangen und ein zweistündiges Arbeiten ist die Regel.
Bei allen im Unterricht gebrauchten Werkzeugen und Maschinen wird nicht nur auf den sachgerechten Umgang und die notwendigen Sicherheitsvorschriften geachtet, sondern es fließen auch physikalische und historische Aspekte der benutzten Arbeitsgeräte in den Unterricht ein und erstaunen die Schüler.

Das Einsehen und Einüben der gemeinsam vereinbarten Ordnungsregeln ist wichtig für die störungsarme Organisation der Arbeitsabläufe. Auch die Einrichtung von Ordnungsdiensten zur Sauberhaltung des Fachraumes, der Arbeitsmittel und der Arbeitsplätze werden für die Schüler rasch selbstverständlich, wodurch der effektive Ablauf des Unterrichts gewährleistet wird und der Vorteil für die Schüler klar zu erkennen ist.

Aus dem Umfeld der jeweiligen Schülergruppen werden textile Beispiele aufgegriffen und analysiert. So lässt sich Betroffenheit als Voraussetzung für ein tieferes Verständnis der Zusammenhänge auslösen. Ziel ist auch, zur Verhaltensänderung bzgl. ökonomischer Gesichtspunkte (z. B. Preis-/ Leistungsverhältnis) beizutragen, Offenheit für ökologische Verantwortung (z. B. Jeans reist um die Welt) und die Wertschätzung anderer (textiler) Kulturen (z. B. Mode, Auswirkung von Altkleidersammlung) zu erreichen. Der Schulstandort Kaldenkirchen bietet viele Möglichkeiten den Schülerinnen und Schülern die heimische Textilkultur und die moderne Textilindustrie fächerübergreifend näher zu bringen. Die jüngeren Schüler tauchen in die Geschichte der Textilverarbeitung ihrer Vorfahren ein beim Besuch der im Schulgebiet liegenden „Hinsbecker Scheune“. Dort können sie mit alten Geräten Erfahrungen mit verschiedenen textilen Rohstoffen und ihren jeweiligen Schwierigkeiten bei der Weiterverarbeitung hautnah erleben. Beim Unterrichtsgang zu den Flachskuhlen im nahe gelegenen Galgenvenn werden die biologischen Hintergründe der Aufschließung pflanzlicher Textilfaser vermittelt und daraus folgend die besondere Wahl der geografischen Lage nachvollziehbar.

In der Mittelstufe findet ein halbjähriger Intensivkurs Maschinennähen statt. Mit der im Vordergrund stehende Prozessorientierung und mit den technischen Aspekten lassen sich auch problematische Jugendliche für das Fach begeistern. Persönliche Gebrauchsgegenstände selbst herzustellen und mit verschiedenen textilen Werkverfahren zu gestalten, sind für sie wichtige Erfahrungen.

Den älteren Mädchen und Jungen der Wahlpflichtgruppen TX in der Oberstufe geben Betriebsbesichtigungen in Dülken, Lötsch, Oedt oder Mönchengladbach Einblick in aktuelle Fertigungstechniken der heutigen Textilindustrie und sind hilfreich bei der späteren Berufsorientierung.

Stand: 11. Juni 2007